Die verbliebenen rund 190 Beschäftigten wurden um 13.30 Uhr im Rahmen einer Mitarbeiterinformation mit dieser niederschmetternden Entscheidung konfrontiert. „Diese Entscheidung ist ein Skandal und ein Schlag ins Gesicht der verbliebenen Beschäftigten, die mit Herzblut am Erhalt des Standortes gearbeitet haben. Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, will sich das Unternehmen aus der Verantwortung ziehen“, sagt Reiner Gehring, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Schweinfurt und zuständiger Betriebsbetreuer. „Damit tritt genau das ein, was wir bereits Ende 2023 prophezeit hatten. Wir haben klar gesagt: Ein Entwicklungsstandort ohne dazugehörige Produktion wird in diesem Konzern keine Zukunft haben“, kommentiert er die Schocknachricht weiter. Besonders ärgert den Gewerkschafter, dass dieses Szenario vehement vom Arbeitgeber bestritten wurde.
Die Bestürzung in der Belegschaft ist groß. „Jedem ist die Bestürzung anzusehen. Diese Nachricht ist ein Schock für uns. Es geht um Existenzen“, sagt die sichtlich mitgenommene stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jessica Reichert.
Die Entscheidung hält die IG Metall Schweinfurt für den absolut falschen Weg: „Noch kennen wir keine Details. Aber natürlich werden wir den Beschäftigten in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen“, betont Reiner Gehring.
Zusammen mit der Politik hat die IG Metall Schweinfurt 2010 erfolgreich dafür gekämpft, die Zukunftstechnologie Elektromobilität in Bad Neustadt anzusiedeln. „Sich jetzt aus einer Zukunftstechnologie in der Modellstadt für Elektromobilität Bad Neustadt zu verabschieden, ist eine verheerende Fehlentscheidung. Wir sind bereits in Abstimmung mit dem Landratsamt, wie es weitergeht", sagt Gehring weiter.