Rund 2.500 Menschen aus Schweinfurt und der Region haben ein deutliches Zeichen gesetzt: Die Beschäftigten der Senertec GmbH, unterstützt von der IG Metall Schweinfurt, übergaben Anfang April 2026 eine beeindruckende Anzahl an Unterschriften gegen die geplante Produktionsschließung in Schweinfurt an die Unternehmensführung. Beim Auftakt der Verhandlungen in Rastede (Niedersachsen) wurde damit unmissverständlich klar: „Die Belegschaft und viele Menschen in der Region sind nicht bereit, die Abwicklung der Produktion bei Senertec in Schweinfurt schweigend hinzunehmen“, betonen die Betriebsräte Christian Zimmer, Christos Piknias und Nicolas Friedel, die die Unterschriften übergaben.
„Die 2.500 Unterschriften zeigen eindrucksvoll, wie groß die Unterstützung für die Beschäftigten ist – in Schweinfurt und Umgebung“, erklärt Matthias Gebhardt, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Schweinfurt. „Wir erwarten vom Unternehmen, dass es sich ernsthaft mit Alternativen zur Schließung der Produktion auseinandersetzt. Diese Arbeitsplätze sind nicht nur wertvoll – sie sind notwendig für eine verantwortungsvolle Industrie- und Energiepolitik.“ IG Metall und Betriebsrat fordern ein tragfähiges Zukunftskonzept, Investitionen in moderne Produktlinien und echte Verhandlungen über Alternativen zur Abwicklung.
Marsch durch Rastede - Unterstützung aus Schweinfurt
Am 25. April 2026 fand darüber hinaus der „Marsch durch Rastede“ statt, an dem auch rund 25 Beschäftigte von Senertec in Schweinfurt teilgenommen haben. Die Veranstaltung wurde von der IG Metall Oldenburg gemeinsam mit dem Betriebsrat der Firma Brötje Heizung organisiert. Hintergrund der Aktion waren die geplanten Personalabbaumaßnahmen sowohl bei Brötje Heizung in Rastede als auch bei Senertec in Schweinfurt. Beide Betriebe gehören zum niederländischen Konzern BDR Thermea.
Die IG Metall Schweinfurt hatte einen Bus organisiert, um den Beschäftigten von Senertec und Interessierten eine gemeinsame Fahrt (rund 5 Stunden einfach) nach Rastede zu ermöglichen. Am Solidaritätsmarsch mit Kundgebung nahmen insgesamt rund 600 Menschen teil. Mit der Aktion wollen Beschäftigte, Betriebsräte und IG Metall den Druck auf die Konzernleitung von BDR Thermea erhöhen, damit alternative Konzepte zu den Personalabbaumaßnahmen geprüft und umgesetzt werden. Ziel ist es, möglichst viel Beschäftigung in Rastede und Schweinfurt zu sichern und den Betrieben langfristige Perspektiven eröffnen.
Falsches Signal für die Energiewende
Bereits im Januar hatten über 100 Senertec-Beschäftigte gemeinsam mit der IG Metall Schweinfurt öffentlich gegen die geplante Schließung der Produktion protestiert. Der Konzern plant weiterhin, die Fertigung der bewährten Blockheizkraftwerke der Marke „Dachs“ einzustellen. Von dieser Entscheidung wären 76 qualifizierte industrielle Arbeitsplätze samt Ausbildung betroffen. „Das wäre ein falsches Signal für die Energiewende – und ein Verlust von Kompetenz, die nicht nur Deutschland jetzt dringend braucht, um zuverlässig Wärme und Strom bereitzustellen“, betont der Betriebsratsvorsitzende Christian Zimmer.