IG Metall und Belegschaft fordern Zukunftskonzept Beschäftigte protestieren gegen Produktionsschließung bei SenerTec

Mit einer öffentlichen Protestaktion haben die Beschäftigten der SenerTec GmbH in Schweinfurt gemeinsam mit der IG Metall Schweinfurt gegen die angekündigte Schließung der Produktion am Standort demonstriert.

SOS Kugellagerstadt

30. Januar 2026 30. Januar 2026


Über 100 Kolleginnen und Kollegen machten deutlich, dass sie die Verlagerungspläne des Konzerns nicht widerstandslos hinnehmen werden. Der Vorstand des Heizungs- und Klimatechnikkonzerns BDR Thermea hatte Anfang Januar angekündigt, die Produktion beim Tochterunternehmen SenerTec in Schweinfurt bereits zum Ende März 2026 einstellen zu wollen. Davon wären 76 Arbeitsplätze betroffen.

"Das ist Steinzeitkapitalismus"

„Diese Entscheidung ist weder wirtschaftlich noch strategisch nachvollziehbar“, kritisierte Matthias Gebhardt, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Schweinfurt, in seiner Rede. „Hier sollen eingespielte, hochqualifizierte industrielle Arbeitsplätze geopfert werden – ohne tragfähige Zukunftsperspektive für die Beschäftigten. Das ist Steinzeitkapitalismus statt verantwortungsvolle Industriepolitik.“

 Zentraler Beitrag zur dezentralen Energieversorgung

Deutliche Worte fand auch der Betriebsratsvorsitzende Christian Zimmer: „SenerTec steht seit Jahrzehnten für innovative und zukunftsfähige Technologie am Standort Schweinfurt. Die angekündigte Einstellung der Produktion gefährdet nicht nur Existenzen, sondern schwächt auch einen wichtigen Baustein der Energiewende.“ Gerade die von SenerTec entwickelten Blockheizkraftwerke der Marke „Dachs“ leisteten einen zentralen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung und zur Stabilisierung von Strom- und Wärmenetzen, so Zimmer.

 Konzept zur Standortsicherung gefordert

Auf der Aktion machten Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft deutlich, dass sie Alternativen zur Schließung einfordern. Dazu gehören belastbare Konzepte zur Standortsicherung, Investitionen in zukunftsfähige Produkte sowie ernsthafte Gespräche über industrielle Perspektiven in Schweinfurt.

„Wir werden diesen Einschnitt nicht einfach akzeptieren“, erklärte Matthias Gebhardt von der IG Metall. Betriebsrat und IG Metall kündigten an, den Druck auf das Unternehmen in den kommenden Wochen aufrechtzuerhalten.